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WLAN-Probleme lösen: Was wirklich gegen Funklöcher und langsames WLAN hilft

Im Besprechungsraum bricht der Videocall ab, im Lager kommt kaum Signal an, und nachmittags wird alles zäh: WLAN-Probleme gehören zu den häufigsten IT-Ärgernissen im Betrieb. Die Ursache lässt sich meist eingrenzen — und oft mit einfachen Mitteln beheben.

Erst messen: WLAN oder Internet?

Nicht jedes langsame Netz ist ein WLAN-Problem. Machen Sie einen einfachen Vergleich:

  1. Einen Laptop per Netzwerkkabel direkt am Router anschließen und einen Geschwindigkeitstest machen.
  2. Denselben Test per WLAN direkt neben dem Router wiederholen.
  3. Zum Schluss an der Stelle messen, an der es Probleme gibt.

Ist schon die Messung per Kabel deutlich langsamer als vertraglich vereinbart, liegt das Problem am Anschluss — wie Sie dann vorgehen, steht im Ratgeber Netzwerkprobleme eingrenzen. Bricht die Geschwindigkeit erst mit zunehmender Entfernung ein, ist das WLAN die Baustelle.

Die häufigsten Ursachen

Ein ungünstiger Standort

Router stehen oft dort, wo der Anschluss aus der Wand kommt: im Keller, im Flur, im Schrank oder hinter dem Bildschirm. Funkwellen werden aber von Beton, Stahl, Fußbodenheizungen, Spiegeln und Wasser stark gedämpft. Ein zentraler, erhöhter und freier Platz bringt oft schon eine spürbare Verbesserung — notfalls mit einem längeren Kabel vom Anschluss zum Router.

Volle Funkkanäle

In Bürogebäuden und Wohnanlagen funken viele Netze gleichzeitig. Im 2,4-GHz-Band gibt es nur wenige Kanäle, die sich nicht überlappen; teilen sich mehrere Netze einen Kanal, bremsen sie sich gegenseitig aus. Moderne Router wählen den Kanal automatisch. Ein Blick in die Einstellungen lohnt trotzdem, und das 5-GHz-Band bietet deutlich mehr Ausweichmöglichkeiten.

Veraltete Technik

Ein Router, der viele Jahre alt ist, unterstützt oft weder aktuelle WLAN-Standards noch aktuelle Sicherheitsupdates. Auch alte Endgeräte funken nur so schnell, wie ihr eigener WLAN-Chip es zulässt.

Zu viele Geräte an einem Punkt

Smartphones, Laptops, Drucker, Kameras und smarte Geräte teilen sich die Funkzeit eines Zugangspunkts. Je mehr Geräte an einem Router hängen, desto knapper wird es — besonders bei Videocalls und großen Uploads.

2,4, 5 oder 6 GHz?

  • 2,4 GHz reicht weiter und kommt besser durch Wände, ist aber langsamer und oft überfüllt.
  • 5 GHz ist schneller und hat mehr Kanäle, verliert über Distanz und durch Wände aber schneller an Stärke.
  • 6 GHz (ab WLAN 6E) bietet noch mehr Kapazität bei der kürzesten Reichweite und setzt passende Geräte voraus.

Viele Router funken auf mehreren Bändern unter einem gemeinsamen Netznamen und verteilen die Geräte selbst („Band Steering“). Für die meisten Betriebe ist das die beste Einstellung. Grundlagen zu WLAN und LAN erklärt auch das BSI.

Repeater, Mesh oder Access Points?

Repeater

Ein Repeater empfängt das WLAN und sendet es weiter. Für einen einzelnen Raum am Rand des Netzes ist das eine günstige Lösung. Einfache Repeater nutzen dafür aber denselben Funkkanal für Empfang und Weiterleitung, wodurch die verfügbare Geschwindigkeit spürbar sinkt — hängen mehrere hintereinander, summiert sich der Verlust.

Mesh-Systeme

Beim Mesh bilden mehrere Stationen ein gemeinsames Netz mit einem Namen; Geräte wechseln automatisch zur besten Station. Am stärksten ist ein Mesh, wenn die Stationen untereinander per Kabel verbunden sind, statt die Daten zusätzlich über Funk weiterzureichen.

Access Points per Kabel

Die stabilste Lösung für Betriebe: Jeder Access Point hängt per Netzwerkkabel am Switch und wird oft gleich darüber mit Strom versorgt (PoE). So bekommt jeder Bereich die volle Geschwindigkeit. Wie Sie das Netz dafür planen, erkläre ich im Ratgeber Firmennetzwerk einrichten.

Wo sich keine Kabel verlegen lassen, kann Powerline eine Alternative sein: Die Daten laufen dann über die Stromleitung. Wie gut das funktioniert, hängt stark von der Elektroinstallation ab.

Die Ausleuchtung prüfen

Mit einer WLAN-App auf dem Smartphone — viele Routerhersteller bieten eine eigene an — lässt sich die Signalstärke Raum für Raum messen. Angegeben wird sie in dBm: Je näher der Wert an null liegt, desto besser. Als grobe Faustregel reichen Werte um −67 dBm oder besser auch für Videocalls; ab etwa −75 dBm wird es unzuverlässig. Tragen Sie die Werte in einen Grundriss ein — so sehen Sie auf einen Blick, wo ein weiterer Zugangspunkt nötig ist.

Sofortmaßnahmen zum Selbermachen

  • Router zentral, erhöht und frei aufstellen,
  • Firmware des Routers aktualisieren,
  • automatische Kanalwahl und Band Steering aktivieren,
  • feste Geräte wie Drucker oder PCs per Kabel anschließen und so das WLAN entlasten,
  • Repeater-Ketten durch kabelgebundene Access Points oder Mesh ersetzen.

Wann sich professionelle Hilfe lohnt

Wenn das WLAN trotz dieser Schritte nicht zuverlässig läuft, mehrere Etagen oder Gebäudeteile versorgt werden müssen oder Access Points neu geplant werden sollen, messe ich die Ausleuchtung vor Ort und schlage eine passende Lösung vor — persönlich im Oberallgäu. Mehr dazu auf der Seite IT-Support & Netzwerk.

Häufige Fragen

Warum ist mein WLAN nachmittags oder abends langsamer?

Oft nutzen dann mehr Geräte und Nachbarnetze dieselben Funkkanäle, oder der Internetanschluss ist zu Stoßzeiten stärker ausgelastet. Der Vergleich einer Messung per Kabel und per WLAN zeigt, was davon zutrifft. Wie Sie richtig messen, zeigt der Ratgeber Netzwerkprobleme eingrenzen.

Bringt ein neuer Router mehr Reichweite?

Nur begrenzt, denn die Reichweite hängt vor allem vom Gebäude ab. Ein moderner Router bringt mehr Geschwindigkeit und aktuelle Sicherheit; gegen dicke Wände hilft aber vor allem ein zusätzlicher Zugangspunkt.

Sind Repeater grundsätzlich schlecht?

Nein. Für einen einzelnen Raum am Rand des Netzes sind sie eine günstige Lösung. Problematisch werden Ketten aus mehreren Repeatern oder Repeater als Dauerlösung für ganze Etagen.

Wie viele Access Points brauche ich?

Das hängt von Fläche, Wänden und Nutzung ab. In Gebäuden mit Beton oder Stahl braucht oft jeder größere Raum oder Bereich einen eigenen. Eine Messung vor Ort zeigt, wo sie hingehören. Wie Sie Access Points ins Netz einplanen, steht im Ratgeber Firmennetzwerk einrichten.

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